Archive for the ‘Musik’ Category

Cover-Gestaltung beim Label Westminster Gold

Freitag, März 16th, 2007

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(Danke an Craig Andersen, dass ich eine LP aus seiner Sammlung hier abbilden darf - Thank you!)

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Westminster Gold war ein Reissue-Label während der Siebziger Jahre. Das zeigt sich auch in der Cover-Gestaltung, die oft humorvoll, sexy und spielerisch ist. Dabei kam es offenbar gar nicht so sehr darauf an, dass Musik und Cover zueinander passten - der BH hätte jedenfalls besser zu Don Giovanni oder Cosi fan tutte gepasst.
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Heute, 30 emanzipationserfolgreiche Jahre später, würde man Wagner-Aufnahmen sicher nicht mehr mit drei nackten Grazien schmücken.

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Aber den hintersinnigen Humor, der aus manchem Cover spricht, den würde ich mir heute manchmal wünschen. Die Kunst der Cover-Gestaltung schrumpfte offenbar mit dem Format auf CD-Größe. Und bald, wenn nur noch Datenströme fließen, gibt es überhaupt keine Cover-Kunst mehr. Cover-Artists werden sich allenfalls noch auf 468 X 60 Pixel austoben können - der Standard-Größe eines Internet-Banners.

Montag war ich im Konzerthaus Dortmund

Donnerstag, März 15th, 2007

Am Montag habe ich ein Konzert des Storioni-Trios im Konzerthaus Dortmund gehört. Das zweite Trio von Schostakowitsch war beeindruckend! Das Es-dur-Trio von Schubert hat mir vor ca. fünf Jahren bei einem Konzert des Beaux-Arts-Trios im Bochumer Thürmer-Saal noch besser gefallen (damalige Besetzung: Pressler, Kim, Meneses). Wirklich schön: Das spätromantische Klaviertrio von Julius Röntgen.

Stéphane Mallarmé: L’après-midi d’un faune

Montag, März 12th, 2007

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Dieses Foto von Stéphane Mallarmé hat Gaspard-Félix Tournachon, genannt Nadar, gemacht. Nadar ist einer der bedeutendsten Portrait-Fotografen. Bekannt sind vor allem seine Fotos von der Schauspielerin Sarah Bernhardt.

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Bekanntlich war Stéphane Mallarmés Gedicht L’après-midi d’un faune die Grundlage für Claude Debussys Orchesterwerk Prélude à l’après-midi d’un faune.

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Eine schöne, kostenlos zugängliche Sammlung aller Mallarmé-Gedichte findet man hier als pdf-Datei.

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Fotonachweis: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Mallarme.jpg; Das Foto wird nach meinem Verständnis von keinen Rechten mehr geschützt und darf verbreitet werden.

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Übrigens bleibt es noch ein wenig ruhig hier im Weblog. Ich schreibe derzeit mit Hochdruck an dem Artikel über den Sugden A21SE.

Unglaublich, was man im Internet alles findet

Mittwoch, März 7th, 2007

… zum Beispiel eine Partitur von Claude Debussys La mer.

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HALT! Die ist ja überhaupt nicht vollständig…

Talking Heads

Montag, März 5th, 2007

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Vielleicht waren sie doch die genialste Band der 80er-Jahre. Habe ich vorhin jedenfalls gedacht, als ich beim Spülen und Aufräumen ihre CD Stop making sense gehört habe.

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Hier ein Schnippsel aus dem Konzertfilm, aus dem auch das Material auf der CD stammt.

Das Lied von der Erde; Fassung für Tenor und Bariton

Montag, Februar 26th, 2007

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Die Fassung für Tenor und Bariton, von Gustav Mahler gleichberechtigt vorgesehen, wird doch viel seltener aufgeführt und aufgenommen als die Fassung für Tenor und Alt. In meinen beiden Artikeln über Das Lied von der Erde hatte ich stets Leonard Bernsteins Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern und James King sowie Dietrich Fischer-Dieskau berücksichtigt (Interpretationsvergleich in Analog aktuell, Artikel über Orchesterlieder in image hifi). Das lag nicht zuletzt daran, dass ich zwar über viele Aufnahmen in der verbreiteten Konstellation mit Tenor und Alt, jedoch nur über die o.g. mit Tenor und Bariton verfügte.
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Jetzt habe ich eine weitere Aufnahme mit dem Bariton Dietrich Fischer-Dieskau kaufen können, und zwar dirigiert Paul Kletzki das Philharmonia Orchestra, den Tenorpart singt Murray Dickie. Die Aufnahme stammt von EMI und entstand 1960.

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Schön!

Sara Tavares: Balancê

Mittwoch, Februar 21st, 2007

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Was für eine Stimme! Sie klingt glockenhell und windet sich locker, leicht und schwerelos durch die komplizierten Texte einer Sprache, mit der kaum ein Mitteleuropäer etwas anfangen kann. Es ist die Sprache von Einwandererkindern, wie Sara Tavares erklärt: “Wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin, dann sprechen wir eine Mischung aus portugiesischer Umgangssprache, Slang aus Angola und kapverdischem ‘crioulo’, das wiederum viele Lehnworte aus dem Englischen und Französischen enthält.” Wer sich zu solchen Texten jetzt eines dieser Watte-Stimmchen vorstellt, wie sie in “audiophilen” Produktionen gerne in ein wohlfeil-exotisches Latin-Kleidchen gesteckt werden, befindet sich auf dem Holzweg. Sara Tavares’ Stimme hat Kern und Kontur. Sie musste früh lernen, sich durchzusetzen.

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Sara Tavares wuchs ohne Eltern auf. Ihr Vater ging nach Amerika, und auch die Mutter verschwand. Eine ältere Portugiesin kümmerte sich um das Mädchen. Als Fünzehnjährige gewann Sara Tavares den Ausscheidungswettbewerb für die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Dublin 1994. Dort erreichte sie den achten Platz. Zumindest in Portugal war sie jetzt bekannt; sie trat regelmäßig im Fernsehen auf. 1996 erschien ihr Debüt-Album “Shout”, 1997 nahm sie für die Walt Disney-Produktion “Der Glöckner von Notre Dame” den Song God Help The Outcast auf - Sara Tavares war auf dem Weg ein Mainstream-Markenartikel wie Whitney Houston zu werden. In dieser Zeit lernte der nigerianische Musiker und Produzent Lokua Kanza sie kennen. Er hatte sich durch die Arbeit mit Leuten wie Ray Lema, Papa Wemba, Manu Dibango, Miriam Makeba und Youssou N’Dour einen Namen gemacht und konnte Sara Tavares davon überzeugen, ihr nächstes Album mit ihm zu produzieren. 1998 stellte sie ihre öffentlichen Auftritte ein, reiste nach Afrika, arbeitete mit Künstlern von den kapverdischen Inseln zusammen. Im Jahr 2001 erschien mit “Mi Ma Bô” ihr zweites Studioalbum. Angeblich fand es “international viel Anerkennung”. An mir ging es vollkommen vorbei; aber das gilt für jede Form portugiesischer Musik außerhalb so bekannter Acts wie Mísia und Madredeus.

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In der Populärmusik der Gegenwart liefert die sprichwörtliche “schwere Kindheit” oft den Grund für dreckige Zoten, die im Sprechgesang vorgetragen und von schmierigen Gesten begleitet werden. Sara Tavares geht einen anderen Weg, den Weg der Sanftmut. Ihre Musik bohrt sich mit der Wucht eines Wassertropfens, der bekanntlich einen Stein aushöhlen kann, ins Ohr. Dabei hilft ihr die beschwörende, trance-artige Wiederholung des immer selben Satzanfangs wie in amor é oder eine Melodie, die ohne jeden Widerhaken ins Ohr gleitet und sich dort über Tage dort einnistet, wie in bom feeling. Das Wunderbare dabei: Ihre Musik klebt und schwitzt nicht. Sie ist spielerisch und nachdenklich, heiter und melancholisch und benötigt dafür, um glaubwürdig zu sein, keine ironische Brechung. Einen schmalen Grad zwischen ambitioniertem Songwriting, Weltmusik, Ethno-Pop und Formatradio-Tauglichkeit schreitet Sara Tavares da ab. Noch gelingt ihr der Spagat. 

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Kritik? Ja. Und zwar an der Produktion. Einzelne Titel haben geradezu “audiophile” Qualitäten und sind exzellent produziert (Produktion/ Arrangement: Sara Tavares, Aufnahme: Jorge Barata, Editing: Sara Tavares und Samuel Henriques). Darum zählen für mich vor allem das sparsam instrumentierte guisa sowie de nua, der letzte und durch Trommeln afrikanisch eingefärbte Song, zu den Höhepunkten dieser CD. Das sind feine audiophile Perlen. Bei anderen Titeln drängeln sich fast zu viele Saiten- und Percussion-Instrumente im Klangbild nach vorn, und die Stimme von Sara Tavares gerät fast zu stark in den Hintergrund. Der enorme Druck, der sich bei einem Titel wie dam bô im Bass aufbaut, kann dann auch mal nerven. Auf der anderen Seite leben Sara Tavares’ Lieder von den sich locker entfaltenden, tänzerischen Rhythmen, und ein Trommelschlag, der irgendwo weit hinten im Klangbild verpuffen würde, könnte eigentlich gleich zuhause bleiben. Er ginge in diesem lebhaften Sinnenfest sowieso unter.

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Die Musik von Sara Tavares klingt wie ein Sommer zwischen schattigem Liegestuhl und sonnigem Pool, zwischen fröhlichem Strandleben und traurigen Büchern und auf jeden Fall wie ein Leben in Balance - Balancê!

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Hier ein paar Links für Interessierte:

Ein Video mit einem Interview zu Balancê.

Ein Video mit dem Titelsong.

Weitaus interessanter finde ich jedoch:

Diesen Live-Auftritt im niederländischen Fernsehen.

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Der Artikel nimmt Bezug auf diesen vorherigen Eintrag in meinem Weblog.

Händels Oratorium “Messiah” und Mozarts Fassung “Der Messias”

Montag, Februar 19th, 2007

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Die K & K Verlagsanstalt spricht von einer Weltpremiere, weil Händels Messiah und Mozarts Fassung Der Messias noch nicht zuvor

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“… in der Kirche des UNESCO-Weltkulturerbes Kloster Maulbronn …
… mit Jürgen Budday als Dirigent …
… dem Barockorchester Hannoversche Hofkapelle …
… dem Maulbronner Kammerchor ..
.. in historischer Aufführungspraxis …”

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aufgenommen worden sei.

Große Worte… Auf der anderen Seite gibt es natürlich unzählige Einspielungen von Händels Messiah, und auch Mozarts Fassung wurde natürlich schon eingespielt (zum Beispiel von Sir Charles Mackeras und von Andrew Parrot). Aber im selben Raum, mit dem selben Orchester und dem selben Chor unter dem selben Dirigenten - das bietet tatsächlich einmalige Vergleichsmöglichkeiten.

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Ich habe mit der K & K-Verlagsanstalt verabredet, dass ich hier einen Link zu zwei Hörproben setzen darf, die allen Interessierten einen kurzen Vergleich ermöglichen. Ich habe mich für das letzte Stück des ersten Teils entschieden. Hier in der ursprünglichen Fassung von Händel:

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18. Chorus
His yoke is easy, and His burthen is light

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… und hier in Mozarts Bearbeitung und mit deutschem Text:

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18. Chor (mit Solisten)
Sein Joch ist sanft, leicht seine Last

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Viel Spaß beim Hören.

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PS: Dies ist weder Werbung, noch eine Rezension der beiden Einspielungen. Die K & K Verlagsanstalt profitiert von der Öffentlichkeit, die sie hier für ihre beiden Aufnahmen bekommt, und ich profitiere davon, meinen Leserinnen und Lesern mit den mp3-files einen kleinen Extra-Service bieten zu können. Das ist alles.

Wladyslaw Szpilman

Montag, Februar 19th, 2007

Bekanntlich beruht Roman Polanskis Film Der Pianist auf der Autobiografie von Wladyslaw Szpilman. Szpilman war Schüler von Artur Schnabel (Klavier) und Franz Schreker (Komposition) und wurde nach dem zweiten Weltkrieg vor allem als Schlagerkomponist bekannt. Doch auch als “klassischer” Pianist trat er gelegentlich in Erscheinung.

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Auf der linken LP, Polskie Nagrania SXL 0616, spielt er zusammen mit Stefan Kamasa (Viola) Brahms’ Sonaten op. 120 Nr. 1 und 2 (f-moll und Es-dur) - musikalisch übrigens nicht weiter beeindruckend. Auf der rechten LP spielt er als Pianist des Warschauer Quintetts César Francks Klavierquintett in f-moll, Concert Hall SMS-2513. Die Aufnahme finde ich wiederum richtig gut. Im Covertext dieser LP wird Szpilman als Pianist vorgestellt, der auf ein bewegtes Leben zurückblickt.

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Lapidarer hätte man es kaum ausdrücken können.

Frisch angesetzt - schon funktioniert’s wieder wie es soll

Samstag, Februar 17th, 2007

Hier hatte ich mich ja beklagt, dass eine holterdipolter aus abgestandenem L’art du son angesetzte Reinigungsflüssigkeit nicht anti-statisch zu wirken schien. Jetzt habe ich mir frische Reinigungsflüssigkeit angesetzt, und schon sind die Ergebnisse wieder wie gewünscht. Scheint tatsächlich so zu sein, dass L’art du son, wenn es zu alt ist oder nicht dunkel gelagert war oder das Mischungsverhältnis nicht stimmt, andere Eigenschaften bekommt.

Jascha Heifetz “spielt” Vieuxtemps

Donnerstag, Februar 15th, 2007

Viel Spaß!

Anti-statisch? - Nur wenn’s frisch ist?

Mittwoch, Februar 14th, 2007

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Gestern wollte ich am späten Abend “eben mal noch” eine LP waschen und stellte fest, dass mein L’art du son-Vorrat (die Mischung, nicht das Konzentrat) aufgebraucht war. Ich hatte keine Lust, mir aufwändig eine neue Mischung anzurühren und füllte den abgestandenen Rest aus meiner noch rumstehenden ersten L’art du son-Flasche (diesmal das Konzentrat, nicht die Mischung; ich habe längst eine frische Flasche angebrochen) in meine Plastik-Dosierflasche und füllte das ein wenig mit destilliertem Wasser auf. Pi mal Daumen, statt sorgfältig abzumessen.
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Dann wusch ich die LP.

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Die Platte war in einem hervorragenden Erhaltungszustand. Dennoch knisterte sie. Das hörte sich stark nach statischen Aufladungen an. Ob L’art du son seine unbestritten anti-statische Wirkung vielleicht nur entfaltet, wenn es frisch ist?

Grammy-Verleihung, Sparte Klassik

Dienstag, Februar 13th, 2007

Interessiert sich jemand dafür, wer die Grammys in der Sparte Klassik und ihren Unterkategorien bekommen hat? Niemand? Richtig, der Grammy ist ungefähr so aussagekräftig wie der Echo - am besten “nicht mal ignorieren”.

Wer’s trotzdem wissen will: hier die Ergebnisse.

PS: Einverstanden, Grammies sieht wirklich komisch aus, ich hab’s in Grammys geändert.

Eine simple Lösung zum Abspielen von konkav-konvexen Platten (funktioniert nur auf Masselaufwerken)

Montag, Februar 12th, 2007

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Jeder Analog-Hörer kennt das Problem: Manche LPs sehen aus wie Suppenschüsseln. Auf dem unscharfen Foto kann man erkennen wie die LP sich auf dem Plattenteller wölbt. Am Außenrand des Plattentellers entsteht ein Spalt; die Platte liegt nicht richtig auf. Das klingt schlecht.

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Gegen dieses Problem gibt es vier Lösungen:

1.) Der Plattenspieler-Hersteller Amazon formt die Telleroberfläche konkav, so dass sich - in Verbindung mit einem ziemlich schweren Auflagegewicht - sämtliche Platten an die Telleroberfläche anschmiegen.

2.) Helmut Brinkmann lässt unmittelbar um den Mitteldorn seiner Plattenspieler LaGrange und Balance einen Ring ein, der sich gegenüber der Telleroberfläche (einer Glasplatte) ein wenig erhebt. In Verbindung mit einer aufschraubbaren Plattenklemme, die ihren Druck unmittelbar an der Auslaufrille (also am Rand des Labels) anbringt, schmiegt sich bei den Brinkmann-Plattenspielern die LP gut an die Oberfläche an.

3.) Hersteller wie Clearaudio und Transrotor setzen auf Außenringe, mit denen Gewicht auf den Rand der Platten gebracht wird - damit habe ich keine Erfahrung. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es funktioniert.

4.) Und dann gibt es noch den Plattenbügler von Airtight - nur für dicke Brieftaschen.
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Die folgende Lösung ist simpel, spottbillig, keineswegs hundertprozentig befriedigend, aber immerhin so gut, dass manche “Schüssel” hörbar besser klingt als wenn der Rand der LP in der Luft hängt. Die Idee lehnt sich ziemlich stark an der Lösung an, die Helmut Brinkmann am LaGrange und Balance realisiert hat. Sie beruht nämlich auf der Anbringung einer kleinen Erhebung in der Nähe des Mitteldorns.

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Früher habe ich dazu kleine Gummiringe in Verbindung mit einem schweren Plattengewicht genutzt. Aber eigentlich waren die zu dick und sie lagen nie wirklich zentrisch auf dem Plattenteller. Später habe ich abgeschnittene Scheiben von Weinkorken und andere Materialien ausprobiert. Am Ende erwies sich schnöde Pappe als das beste Material.

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Man bohrt ein passendes Loch in eine Fläche

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… und schneidet sie mit einem Cutter, einer Nagelschere oder was auch immer aus.

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Dafür braucht sicher niemand eine Anleitung. Und wenn die Bohrmaschine im Kofferraum liegt, der Parkplatz nicht gerade vor der Tür ist und es außerdem regnet, dann geht das Bohren sogar “von Hand” - ist ja nur Pappe.

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Okay, die Ergebnisse sehen wahrlich nicht schön aus. Viel Lärm - in Form eines langen Weblog-Eintrages - um drei mickrige Stückchen Pappe, nicht?

Aber

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… in Verbindung mit einem schweren Plattengewicht (das hier wegen seines größeren Durchmessers deutliche Vorteile gegenüber der links abgebildeten Cleverclamp von Clearaudio hat, weil es den Anpressdruck weiter nach außen bringt)

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… bekommt man auch konkave Platten verhältnismäßig plan und damit störungsfrei abgespielt.

Das Bassetthorn und George Bernard Shaw

Montag, Februar 12th, 2007

Im alten Weblog gab es eine Rubrik über seltene Instrumente. Irgendwie ist die eingeschlafen. Darum hier: das Bassetthorn.

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G.B. Shaw nutzte den Namen Corno di bassetto übrigens als Pseudonym, wenn er Musikkritiken schrieb. Leider scheinen seine Musikfeuilletons des Corno di bassetto im Moment nirgendwo angeboten zu werden. Mein Exemplar

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sieht vollkommen zerlesen aus, weil ich’s schon auf dem Flohmarkt gekauft hatte. Es kommt aus dem Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig und erschien 1972, Herausgeber war Eberhardt Klemm.

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Shaw hatte als Kritiker ein interessantes Selbstverständnis: “Niemand weiß so gut wie ich, daß ein Musikkritiker, der ständig die Musik im Munde führt, genauso langweilig ist, wie ein gewöhnlicher Sterblicher, der immer nur von sich spricht.” Darum enthalten die Rezensionen wohl auch so viele Abschweifungen; sie reichen von seinem Gesundheitszustand über die Kleiderordnung in Konzerten bis hin zur Frage, ob man zu einem Konzertbesuch im Londoner Westend einen Revolver mitnehmen solle (Shaw nahm einen mit…).

Frisch eingetroffen, zweiter Teil ;-)

Samstag, Februar 10th, 2007

Hier die anderen drei LPs:

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Wanda Wilkomirska beziehungsweise Charles Treger spielen jeweils ein Violinkonzert von Karol Szymanowski.

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Vor rund zehn Jahren habe ich mal ein Programmheft für eine freie Theatergruppe geschrieben. Die Gruppe hatte sich mit Kleists sprachgewaltiger Penthesilea viel vorgenommen. Zwei Komponisten haben sich mit dem Stoff beschäftigt: Otmar Schoeck (in Form einer Oper) und Hugo Wolf (in Form einer Symphonischen Dichtung). Wolfs Orchesterwerk hatte ich seit langer Zeit gesucht.

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Noch bin ich mir nicht sicher, aber ich denke darüber nach, in den nächsten Classix von image-hifi Aufnahmen von Orchestermusik Claude Debussys vorzustellen, eventuell in Form eines kleinen Vergleichs von La mer-Einspielungen. Die Einspielung von Pierre Boulez’ fehlte mir noch.