Archive for November, 2006

Lakonische Verrisse

Donnerstag, November 30th, 2006

Überhaupt, Denis Scheck: Ich mag seine lakonischen Kommentare zur Top-Ten-Bücherliste. Und ich frage mich, ob man so etwas nicht auch mit Klassik-CDs machen könnte. Ich habe aber Skrupel. Ein Verriss, finde ich, muss viel besser begründet sein als Lob. Vielleicht mache ich das trotzdem mal. Irgendwann.

Gestern im Deutschlandfunk

Donnerstag, November 30th, 2006

Gegen 20.30 unterwegs gewesen. Das Autoradio läuft. Denis Scheck kündigt eine Lyrikerin an: Daniela Seel. Sie liest, etwa 20 Minuten. Es ist nicht nur der Text, der mich beeindruckt, sondern auch die Stimme. Viele Autoren können nicht lesen, obwohl man ihnen eigentlich Sprachgefühl zutrauen müsste, sie arbeiten ja mit Worten. Aber Schreiben ist nicht Sprechen. Daniela Seel hat dagegen die Eloquenz einer Schauspielerin. Beeindruckend.

Reine Taktik

Mittwoch, November 29th, 2006

Die häufigsten Suchwörter und Begriffskombinationen, die Besucher im November auf mein altes Weblog geführt haben:

Axel Brüggemann, Kappeln, Colnago, Audionet Art V2, Loricraft, SAC Alpha, Audionet Pre G2, Audionet, Audionet SAM V2 welche Lautsprecher, Brinkmann Laufwerk, Carolin Widmann, Rennräder, SAC Igel, seltene Instrumente, Stahlrahmen, Sting singt Dowland, Transrotor Orfeo Doppio, Holger Wemhoff, Brinkmann Balance, Christoph Ullrich, Elisabeth Grümmer, Man hört nur was man weiß, Martina Schoener, Matthias Kornemann, Roland Kunz, Sisters of mercy floodland

Strategisch vielleicht nicht verkehrt, die hier mal zu posten. Wenngleich das natürlich schamloses (und verpöntes) Traffic-Generieren ist. Aber irgendwie habe ich mir die Begriffe ja drüben bei blogg.de “ehrlich” erarbeitet.

Ein Kommen und Gehen

Mittwoch, November 29th, 2006

Die Lightning habe ich heute mit freundlicher, nachbarschaftlicher Unterstützung runter getragen. Sie ist inzwischen auf dem Heimweg. Dafür kommen demnächst ein (für image hifi-Verhältnisse) bezahlbarer CD-Player und ein Plattenspieler mit viel versprechender Lager-Technik. Darüber schreibe ich in image hifi 2/2007. Gar nicht mehr so lange hin…

Tristan

Mittwoch, November 29th, 2006

Bei der Suche nach dem idealen Tristan-Vorspiel würde ich - neben der bei Mehr Licht! genannten Bayreuther Einspielung von Karl Böhm - gerne noch Carlos Kleiber und Herbert von Karajan ins Spiel bringen. Der Karajan-Tristan mit den Berliner Philharmonikern (EMI) ist zumindest orchestral schlichtweg genial. Auf mich wirkt Karajans Herangehensweise noch sinnlicher als Kleibers etwas aufgeregte Art, wo im Orchester permanent etwas “passiert”. Unglaublich, die Sogwirkung des Vorspiels bei Karajan!

Christa Ludwig als Brangäne gibt’s als Dreingabe, will sagen: Auch die Sänger sind vollauf überzeugend.

John Peel

Dienstag, November 28th, 2006

Bei Boogie gelesen: Die Biografie von John Peel ist pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den Läden. John Peel hatte vermutlich die größte Plattensammlung der Welt. Ein Haus voller Platten. 

Ausgegraben

Dienstag, November 28th, 2006

Wie der junge Dietrich Fischer-Dieskau im Jahr 1952 durch den Winter reiste und dabei von Hermann Reutter begleitet wurde, macht das Label audite zugänglich.

Ganz neu. Muss mir mal ein Rezensionsexemplar bestellen. 

Unfassbar

Dienstag, November 28th, 2006

Vorhin erzählte mir jemand, er habe seine gesamte Hifi-Anlage, darunter einen Plattenspieler von Thorens und eine Verstärker-Kombination von Cambridge-Audio, also den gesamten “wohl dreißig Jahre alten Elektronik-Schrott”, seinem Nachbarn “zum Schreddern” mitgegeben. Am Thorens war der Motor defekt und eine Endstufe der Cambridge-Kombi war hin.

Hätte er mir das eher erzählt, wäre es so weit nicht gekommen.

Nein, der Mensch hat keine Berührung mit Hifi. Er hört eben nur gerne klassische Musik.

Elfengleich erklärt: Was ist ein Weblog?

Montag, November 27th, 2006

Eine schöne Erklärung und viele weiterführende Links zum Thema Weblog hat Elfengleich ins Internet gestellt.

Persönlich statt PR

Sonntag, November 26th, 2006

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Bei mir laufen regelmäßig Pressemitteilungen ein, in denen Tonträgerfirmen ihre Neuerscheinungen ankündigen. Natürlich sind das Gebrauchstexte, und eigentlich würde mir eine simple, kommentarlose Liste zur Information reichen - so macht’s beispielsweise das Label MDG. Eine schlichte Liste ist jedenfalls besser als ein fehlerhafter Text in dem Sting, der Englishman in New York, zum amerikanischen Rockstar erklärt wird, wie ich es vor einigen Wochen erlebt habe…

Überhaupt gilt: Je “arbeitsteiliger” bei einem Label gearbeitet wird, desto unpersönlicher und reklameartiger erscheinen die Ankündigungen. Alles wird zur Sensation aufgeblasen und das Meiste kommt hochglänzend und auf teuerstem Papier ins Haus. Ich muss von sowas gelegentlich mal ein Foto machen…

Aber egal - darauf will ich jetzt gar nicht hinaus.

Ich habe mich nämlich vor einiger Zeit über eine Pressemitteilung gefreut, weil sie so ganz anders war: klüger und besser formuliert als alles, was mir von den PR-Abteilungen der großen Labels auf den Tisch kommt, vor allem aber viel persönlicher. Ich finde die Pressemitteilung von Andreas Spreer für die neue CD von Evgeni Koroliov so schön, weil sie ehrliche Begeisterung vermittelt. Man muss dem Label-Chef einfach glauben, dass er von Koroliovs neuer CD ganz hingerissen ist:

Die Blumen, so hoch sie wachsen,

Sind blass hier, wie der Tod;

Nur Eine in der Mitte

Steht da im dunkeln Rot.

Die hat es nicht von der Sonne:

Nie traf sie deren Gluth;

Sie hat es von der Erde,

Und die trank Menschenblut.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Platte beginnt mit einem kleinen Stück nach diesem dem Wahnsinn nahen Gedicht von F. Hebbel. - Evgeni Koroliov arbeitet deutlich und doch ohne jede Übertreibung die extremen Stimmungsunterschiede Robert Schumanns in den hier ausgewählten Werken heraus. So unterschiedliche Zyklen wie die Kreisleriana und die Kinderszenen entstanden fast gleichzeitig. Wie muss sich Schumann beinahe täglich innerlich zerrissen haben! Das Wort “Genie” will auf Koroliov nicht so recht passen. Sein Spiel ist irgendwie so “menschlich”, er bringt dem Hörer die Musik so nahe - Alles scheint leicht, und es scheint genau so sein zu müssen. Und was das Schönste ist: Koroliov drängt sich nicht auf. Wir müssen ihm lauschen - weil er einfach soo schön spielt. - Sie merken, ich bin ein hoffnungsloser Koroliov-Fan… Bei der Gelegenheit: Koroliov hat mit uns vereinbart, in den nächsten Jahren u. a. die großen Klaviersonaten von Beethoven für TACET aufzunehmen.

(…)

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Spreer

TACET153CD THE KOROLIOV SERIES VOL. IX Robert Schumann - Kreisleriana op. 16 - Bunte Blätter op. 99, 1-8 - Kinderszenen op. 15 - Waldszenen op. 82 (Verrufene Stelle und Vogel als Prophet) Evgeni Koroliov, Klavier

Ein Mittagspausen-Weblog

Dienstag, November 21st, 2006

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Offenbar nutzen die meisten Besucherinnen und Besucher mein Weblog, um in der Mittagspause mal was anderes als ihre Arbeit zu sehen.

Hallo Maggi, biete Werbeplatz für Fünf-Minuten-Terrinen!

Neuer Text im Magazin

Dienstag, November 21st, 2006

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Joe Jackson: Body and Soul

Der Text befindet sich hier.

Steckerleiste auf Pucks

Montag, November 20th, 2006

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Vor vielleicht fünf Jahren kamen die ersten Anbieter mit irgendwelchen Trag-Elemente für Kabel auf den Markt. Ich habe so etwas nie ausprobiert.

Mich hat aber immer gestört, dass in meiner Anlage die Netzleiste unmittelbar auf dem Boden stand. Ich hatte das diffuse Gefühl, dass der direkte Kontakt mit dem unterirdisch schlecht verlegten und fröhlich vor sich hin vibrierenden Laminat-Boden der Klangqualität nicht förderlich sein könne. Also habe ich ein paar Pucks von Transrotor (die kleinen, günstigen) unter die Netzleiste gestellt. Aber vermutlich könnte man alles Mögliche darunter legen - es geht mir hier nicht um das Produkt speziell. Andere Pucks oder Füße hätten vermutlich auch Auswirkungen auf den Klang gehabt.

Und jetzt? Da passiert tatsächlich etwas. Es klingt besser, wenn die Netzleiste nicht “einfach so” auf dem Boden liegt. Ich bin meistens vorsichtig mit “klaren” Aussagen, wenn es im weitesten Sinne um “Tuning” geht. Aber hier liegt der Fall für meine Ohren eindeutig: Vielleicht experimentiere ich irgendwann mal mit anderen Pucks, lasse also die Frage welche? offen, aber das ob? ist für mich geklärt. Die Netzleiste kommt nie wieder direkt auf den Boden.
(Hm, diese schwarze Oberfläche der Netzleiste: Vielleicht vor Weihnachten mal wieder Staubputzen?)

Jennifer Warnes

Montag, November 20th, 2006

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Während ich Famous Blue Raincoat, Jennifer Warnes LP mit Songs von Leonard Cohen, ziemlich viel abgewinnen kann und vermutlich einmal im Jahr höre, habe ich Shot through the heart heute nach vielleicht fünf Jahren mal wieder aus dem Regal gezogen und festgestellt, dass mir diese Schema-F-Musik immer noch nicht gefällt. Offenbar ist Jennifer Warnes auf erstklassiker Partner angewiesen, um eine tolle LP zu produzieren. Die hatte sie bei Famous Blue Raincoat. Leonard Cohen ist als guest vocal an Joan of Arc beteiligt und einfach ein genialer Song-Schreiber. Nebenbei: Das Mastering hatte damals Bernie Grundman, nein, präziser: dessen Firma Bernie Grundman Mastering.

Famous Blue Raincoat klingt tatsächlich grandios - Shot through the heart nicht ganz so toll.

Meine FBR ist übrigens eine griechische Pressung mit dem Label-Aufdruck “Manufactured by Minos Matsas & Son Co Ltd, Athens, Greece” und trägt ein Markenzeichen von Cypress Records auf dem Cover. Außerdem finden sich das in Europa übliche “Distributed in Europe by BMG Records” auf dem Cover und das RCA-Logo auf dem Label. Die Press-Qualität ist erstklassig.

Irritierendes bei DGG 138057 SLPM

Sonntag, November 19th, 2006

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Das Cover sagt, es ist eine Stereo-Aufnahme.

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Das Label sagt, es ist eine Stereo-Aufnahme.

Aber meine Ohren behaupten, reinstes Mono zu hören.

Seltsam.

Die Aufnahme dieser beiden Streichquintette von Mozart (g-moll KV 516 und D-dur KV 593) durch das Amadeus-Quartett plus Cecil Aronowitz ist schön. Und selbstverständlich wird sie auch schon in Stereo auf’s Band gebracht worden sein, schließlich stammt sie aus dem Jahr 1964, da war Mono schon ziemlich verdrängt. Aber wie kommt es, dass bei meinem Exemplar nicht nur eine Mono-LP im Stereo-Cover steckte, sondern zudem auch noch den falschen Label-Aufkleber bekommen hat?

Vernünftiges Werkzeug

Donnerstag, November 16th, 2006

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Ich bin es schon lange leid, mich mit den so beliebten Bit-Systemen herumzuschlagen. Der gute alte Schraubendreher ist einfach am besten. Wenn es weniger als 20 Schrauben sind jedenfalls… Kreuz- und Schlitz-Schraubendreher waren bei mir wie in jedem halbwegs vernünftig ausgestatteten (Heimwerker-)Haushalt in guter Qualität vorhanden. Was fehlte, um den Gehäusedeckel des Krell FBI zu lupfen, waren vernünftige Torx-Schraubendreher. Für Torx hatte ich zwar die passenden Bits, aber mit den Dingern rutscht man ja doch dauernd ab. Es geht nichts über einen vernünftigen Griff und eine Kraftübertragung ohne  irgendwelche Gelenke, Stecksysteme und sonstigen Quatsch.

Mein neuer Satz Torx-Schraubendreher (ich habe erstmal nur vier Größen gekauft) stammt vom Hersteller Wisent und macht einen guten Eindruck. Der dürfte die nächsten 30 Jahre halten.

Auf dem Foto sieht man links die neuen Schraubendreher und rechts den (geöffneten) Krell FBI. Zum Krell FBI äußere ich mich in der nächsten Ausgabe von image hifi. Ab morgen sind der Krell und ich dann auch schon wieder unterwegs.