Die folgende Presseankündigung mag für die Avantgarde-Hörer unter den Leserinnen und Lesern interessant sein (nicht mein Text, sondern unverändert übernommen):
Zeitgenössische Performance im Industriemuseum Zeche Hannover Bochum (lwl). Zwischen New York und Oer-Erkenschwick wirkte der blinde Komponist und Individualist Moondog (1916-1999). Sein musikalisches Lebenswerk bildet den Ausgangspunkt der zeitgenössischen Musik- und Tanzperformance „Cosmicode”, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am kommenden Wochenende, 27., 28. und 29. Oktober, in seinem Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum zeigt. “Cosmicode” nannte der Komponist Moondog die Ordnung, die er in der Struktur der ersten neun Töne der Obertonreihe entdeckt hat. Diese Ordnung war seiner Auffassung nach der Ausdruck eines göttlichen Prinzips, das allen Phänomenen zugrunde liegt. Seine künstlerische Freiheit fand Moondog ausgerechnet in den strengen Regeln des Kontrapunktes.
Dem Bochumer Ensemble „Koerperschaft” dient dieser Gegensatz zwischen Dogmatismus und Nonkonformismus als Auslöser für eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen innerer Freiheit und äußerer Struktur. Dabei trifft komponierte Choreografie auf freie Improvisation, tonale Komposition auf geräuschhafte Klangcollage, Live-Musik auf Einspielung und Stille. „Mit dieser anspruchsvollen Inszenierung wagen wir ein Experiment”, gesteht Museumsleiter Dietmar Osses. „Bisher haben wir kaum Tanzproduktionen gezeigt. Die von Rhythmus und Regeln geprägte Zeche bietet jedoch eine einmaligen Ort für diese Performance”, so Osses weiter.Die Gruppe „koerperschaft” wurde 2003 von der Tänzerin und Choreografin Nanna Przetak und dem Musiker Oliver Siegel gegründet und macht seitdem mit außergewöhnlichen Ansätzen auf sich aufmerksam. Bei der Inszenierung „Cosmicode” werden sie begleitet von dem Stockholmer Musiker und Moondog-Schüler Stefan Lakatos.„Cosmicode” ist eine Produktion der koerperschaft, koproduziert durch das Constantin Musik Theater und in Kooperation mit dem tanzhaus nrw. Gefördert durch die Kunststiftung NRW, das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, das Kulturbüro Bochum und den Fonds Darstellende Künste e.V.
Termine: 27., 28. und 29. Oktober, 20 Uhr. Eintritt 9 €, ermäßigt 7 €.