Archive for the ‘Vinyl’ Category

Vinyl im Aufschwung

Dienstag, März 27th, 2007

Gestern war ich im Mediamarkt, Ruhrpark Bochum, wg. eines USB-Speichersticks. Die haben da tatsächlich wieder LPs. Nicht wahnsinnig viele, aber doch genügend, um ein Viertelstündchen vorm Regal zu stehen, durchs Angebot zu blättern und sich zu wundern.

Zino Francescatti

Donnerstag, März 22nd, 2007

Wie ich auf dieses Thema kam?

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Darum:

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Für image-hifi-Leserinnen und -leser nicht neu, weil irgendwann schon einmal vorgestellt: Zino Francescatti spielt das g-moll-Violinkonzert von Max Bruch in einer Aufnahme mit dem Philharmonic-Symphony Orchestra of New York unter der Leitung von Dimitri Mitropoulus.

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Eine diese Aufnahmen, in die ich - trotz historischer Klangqualität - so vernarrt bin, dass ich sie mindestens einmal im Jahr höre.

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Hier noch ein kleiner Francescatti-Schnipsel.

Eigentlich bräuchte man…

Donnerstag, März 22nd, 2007

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10 Zoll - das unpraktischste Plattenformat überhaupt. Denn erstens besteht natürlich die Gefahr, dass die Abtastnadel bei ungeschicktem Aufsetzen vom Plattenrand rutscht und auf dem Plattenteller landet, wo sie zumindest bei Filzauflagen (die ich ohnehin nicht benutze) mit großer Sicherheit geschrottet würde, zweitens habe ich immer das Gefühl, viel Justage-Potenzial zu verschenken, denn bekanntlich hängt die Justage davon ab, welchen bespielten Bereich man (bzw. der Schablonen-Hersteller) als Durchschnittswert zugrunde legt. Eigentlich bräuchte man für 10 Zoll-Scheiben einen separaten Tonarm (und eine separate Justierschablone), wobei der Tonabnehmer auf den im Vergleich zur LP engeren bespielten Bereich zu justieren wäre.

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Unsinn.
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Nüchtern betrachtet, wird eine 10 Zoll-Platte beim Abspielen auf einem System, dessen Justage wie üblich auf 12 Zoll-LPs hin optimiert wurde, um keinen Deut schlechter abgetastet als Zweidrittel (oder die letzten 15 Minuten) einer LP. Da beschwert sich doch auch keiner (obwohl Musik mit stratosphärischen Höhen vom Typ Flageolett in siebter Lage auf der E-Saite einer Geige oder Arie der Königin der Nacht von klugen Cuttern, wenn es irgendwie geht, nicht in Label-Nähe untergebracht worden sein sollten).
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Und 7 Zoll-Singles?

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Darum mache ich mir keine Gedanken. Die habe ich nämlich nicht.

Progressive Rock

Donnerstag, März 22nd, 2007

Auch wenn’s (überwiegend) nicht meine Musik ist: Die babyblauen Seiten sind klasse 12296 Rezensionen zu 7835 Alben von 2890 Bands.

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(Gefunden über den Wikipedia-Eintrag zu Dark Side of the Moon).

Drauflassen? Abmachen?

Mittwoch, März 21st, 2007

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Es ist ja keine Frage der Authentizität: Der alte Aufkleber war vermutlich schon im Schallplattenladen auf der LP. Insofern ist das Cover auch mit Aufkleber ein original belassenes.

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Mich nerven solche Aufkleber trotzdem. Also mache ich sie runter. Es sei denn, sie sollen mich an etwas erinnern. Rechts oben, das Preisschildchen, wird mich zum Beispiel immer daran erinnern, dass ich für die LP einmal 25 DM auf einer Plattenbörse bezahlt habe.

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25 DM für eine gebrauchte Philips-LP, das war vor rund 10 Jahren (so lange habe ich die bestimmt), verhältnismäßig viel Geld. Kein extremer Sammlerpreis, aber schon “gehoben”. Und ich glaube nicht, dass man heute - bei ebay oder auf einer Plattenbörse - viel mehr Geld dafür zahlen müsste.

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Was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja, heute kam der große Aufkleber ab und der kleine blieb dran.

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Und János Starkers für meinen Geschmack sonst oft etwas zu schneidige Spielweise passt zum Cello-Konzert von Édouard Lalo hervorragend. Er setzt starke rhythmische Akzente und spielt mit einem kernig-schlanken Ton. Darum ufert die Musik nicht aus.

Friedrich Rückert by Anne Clark

Montag, März 19th, 2007

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Viele Komponisten haben Texte von Friedrich Rückert vertont, unter anderem Franz Schubert, Robert Schumann und Johannes Brahms. Am bekanntesten dürfte Gustav Mahlers Vertonung der Kindertotenlieder und der so genannten Rückert-Lieder geworden sein. Hier eine Liste mit vielen, vielen Rückert-Vertonungen.
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Anne Clark hat sich 1992 (nach dem Tod des klassisch ausgebildeten Pianisten Charlie Morgan und in einer Phase der Hinwendung zu akustischer Musik) ebenfalls mit Gedichten Rückerts beschäftigt. Aus meiner Sicht, mit mäßigen Ergebnissen. Ihre LP The Law is an Anagram of Wealth enthält fünf Rückert-Lieder in englischen Übersetzungen - keine kommt auch nur in die Nähe der Ausdrucksstärke von Mahlers Liedern. Es ist eine dieser Platten, die als Pop-LP nicht mehr und als Kunstmusik-LP leider auch nicht funktionieren.

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Ich werde die LP wohl wieder für fünf Jahre ins Regal stellen.

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Hier die Quellenangabe für das Bild von Friedrich Rückert.

Cover-Gestaltung beim Label Westminster Gold

Freitag, März 16th, 2007

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(Danke an Craig Andersen, dass ich eine LP aus seiner Sammlung hier abbilden darf - Thank you!)

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Westminster Gold war ein Reissue-Label während der Siebziger Jahre. Das zeigt sich auch in der Cover-Gestaltung, die oft humorvoll, sexy und spielerisch ist. Dabei kam es offenbar gar nicht so sehr darauf an, dass Musik und Cover zueinander passten - der BH hätte jedenfalls besser zu Don Giovanni oder Cosi fan tutte gepasst.
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Heute, 30 emanzipationserfolgreiche Jahre später, würde man Wagner-Aufnahmen sicher nicht mehr mit drei nackten Grazien schmücken.

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Aber den hintersinnigen Humor, der aus manchem Cover spricht, den würde ich mir heute manchmal wünschen. Die Kunst der Cover-Gestaltung schrumpfte offenbar mit dem Format auf CD-Größe. Und bald, wenn nur noch Datenströme fließen, gibt es überhaupt keine Cover-Kunst mehr. Cover-Artists werden sich allenfalls noch auf 468 X 60 Pixel austoben können - der Standard-Größe eines Internet-Banners.

Das Lied von der Erde; Fassung für Tenor und Bariton

Montag, Februar 26th, 2007

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Die Fassung für Tenor und Bariton, von Gustav Mahler gleichberechtigt vorgesehen, wird doch viel seltener aufgeführt und aufgenommen als die Fassung für Tenor und Alt. In meinen beiden Artikeln über Das Lied von der Erde hatte ich stets Leonard Bernsteins Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern und James King sowie Dietrich Fischer-Dieskau berücksichtigt (Interpretationsvergleich in Analog aktuell, Artikel über Orchesterlieder in image hifi). Das lag nicht zuletzt daran, dass ich zwar über viele Aufnahmen in der verbreiteten Konstellation mit Tenor und Alt, jedoch nur über die o.g. mit Tenor und Bariton verfügte.
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Jetzt habe ich eine weitere Aufnahme mit dem Bariton Dietrich Fischer-Dieskau kaufen können, und zwar dirigiert Paul Kletzki das Philharmonia Orchestra, den Tenorpart singt Murray Dickie. Die Aufnahme stammt von EMI und entstand 1960.

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Schön!

Wladyslaw Szpilman

Montag, Februar 19th, 2007

Bekanntlich beruht Roman Polanskis Film Der Pianist auf der Autobiografie von Wladyslaw Szpilman. Szpilman war Schüler von Artur Schnabel (Klavier) und Franz Schreker (Komposition) und wurde nach dem zweiten Weltkrieg vor allem als Schlagerkomponist bekannt. Doch auch als “klassischer” Pianist trat er gelegentlich in Erscheinung.

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Auf der linken LP, Polskie Nagrania SXL 0616, spielt er zusammen mit Stefan Kamasa (Viola) Brahms’ Sonaten op. 120 Nr. 1 und 2 (f-moll und Es-dur) - musikalisch übrigens nicht weiter beeindruckend. Auf der rechten LP spielt er als Pianist des Warschauer Quintetts César Francks Klavierquintett in f-moll, Concert Hall SMS-2513. Die Aufnahme finde ich wiederum richtig gut. Im Covertext dieser LP wird Szpilman als Pianist vorgestellt, der auf ein bewegtes Leben zurückblickt.

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Lapidarer hätte man es kaum ausdrücken können.

Frisch angesetzt - schon funktioniert’s wieder wie es soll

Samstag, Februar 17th, 2007

Hier hatte ich mich ja beklagt, dass eine holterdipolter aus abgestandenem L’art du son angesetzte Reinigungsflüssigkeit nicht anti-statisch zu wirken schien. Jetzt habe ich mir frische Reinigungsflüssigkeit angesetzt, und schon sind die Ergebnisse wieder wie gewünscht. Scheint tatsächlich so zu sein, dass L’art du son, wenn es zu alt ist oder nicht dunkel gelagert war oder das Mischungsverhältnis nicht stimmt, andere Eigenschaften bekommt.

Anti-statisch? - Nur wenn’s frisch ist?

Mittwoch, Februar 14th, 2007

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Gestern wollte ich am späten Abend “eben mal noch” eine LP waschen und stellte fest, dass mein L’art du son-Vorrat (die Mischung, nicht das Konzentrat) aufgebraucht war. Ich hatte keine Lust, mir aufwändig eine neue Mischung anzurühren und füllte den abgestandenen Rest aus meiner noch rumstehenden ersten L’art du son-Flasche (diesmal das Konzentrat, nicht die Mischung; ich habe längst eine frische Flasche angebrochen) in meine Plastik-Dosierflasche und füllte das ein wenig mit destilliertem Wasser auf. Pi mal Daumen, statt sorgfältig abzumessen.
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Dann wusch ich die LP.

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Die Platte war in einem hervorragenden Erhaltungszustand. Dennoch knisterte sie. Das hörte sich stark nach statischen Aufladungen an. Ob L’art du son seine unbestritten anti-statische Wirkung vielleicht nur entfaltet, wenn es frisch ist?

Eine simple Lösung zum Abspielen von konkav-konvexen Platten (funktioniert nur auf Masselaufwerken)

Montag, Februar 12th, 2007

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Jeder Analog-Hörer kennt das Problem: Manche LPs sehen aus wie Suppenschüsseln. Auf dem unscharfen Foto kann man erkennen wie die LP sich auf dem Plattenteller wölbt. Am Außenrand des Plattentellers entsteht ein Spalt; die Platte liegt nicht richtig auf. Das klingt schlecht.

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Gegen dieses Problem gibt es vier Lösungen:

1.) Der Plattenspieler-Hersteller Amazon formt die Telleroberfläche konkav, so dass sich - in Verbindung mit einem ziemlich schweren Auflagegewicht - sämtliche Platten an die Telleroberfläche anschmiegen.

2.) Helmut Brinkmann lässt unmittelbar um den Mitteldorn seiner Plattenspieler LaGrange und Balance einen Ring ein, der sich gegenüber der Telleroberfläche (einer Glasplatte) ein wenig erhebt. In Verbindung mit einer aufschraubbaren Plattenklemme, die ihren Druck unmittelbar an der Auslaufrille (also am Rand des Labels) anbringt, schmiegt sich bei den Brinkmann-Plattenspielern die LP gut an die Oberfläche an.

3.) Hersteller wie Clearaudio und Transrotor setzen auf Außenringe, mit denen Gewicht auf den Rand der Platten gebracht wird - damit habe ich keine Erfahrung. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es funktioniert.

4.) Und dann gibt es noch den Plattenbügler von Airtight - nur für dicke Brieftaschen.
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Die folgende Lösung ist simpel, spottbillig, keineswegs hundertprozentig befriedigend, aber immerhin so gut, dass manche “Schüssel” hörbar besser klingt als wenn der Rand der LP in der Luft hängt. Die Idee lehnt sich ziemlich stark an der Lösung an, die Helmut Brinkmann am LaGrange und Balance realisiert hat. Sie beruht nämlich auf der Anbringung einer kleinen Erhebung in der Nähe des Mitteldorns.

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Früher habe ich dazu kleine Gummiringe in Verbindung mit einem schweren Plattengewicht genutzt. Aber eigentlich waren die zu dick und sie lagen nie wirklich zentrisch auf dem Plattenteller. Später habe ich abgeschnittene Scheiben von Weinkorken und andere Materialien ausprobiert. Am Ende erwies sich schnöde Pappe als das beste Material.

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Man bohrt ein passendes Loch in eine Fläche

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… und schneidet sie mit einem Cutter, einer Nagelschere oder was auch immer aus.

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Dafür braucht sicher niemand eine Anleitung. Und wenn die Bohrmaschine im Kofferraum liegt, der Parkplatz nicht gerade vor der Tür ist und es außerdem regnet, dann geht das Bohren sogar “von Hand” - ist ja nur Pappe.

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Okay, die Ergebnisse sehen wahrlich nicht schön aus. Viel Lärm - in Form eines langen Weblog-Eintrages - um drei mickrige Stückchen Pappe, nicht?

Aber

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… in Verbindung mit einem schweren Plattengewicht (das hier wegen seines größeren Durchmessers deutliche Vorteile gegenüber der links abgebildeten Cleverclamp von Clearaudio hat, weil es den Anpressdruck weiter nach außen bringt)

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… bekommt man auch konkave Platten verhältnismäßig plan und damit störungsfrei abgespielt.

Frisch eingetroffen, zweiter Teil ;-)

Samstag, Februar 10th, 2007

Hier die anderen drei LPs:

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Wanda Wilkomirska beziehungsweise Charles Treger spielen jeweils ein Violinkonzert von Karol Szymanowski.

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Vor rund zehn Jahren habe ich mal ein Programmheft für eine freie Theatergruppe geschrieben. Die Gruppe hatte sich mit Kleists sprachgewaltiger Penthesilea viel vorgenommen. Zwei Komponisten haben sich mit dem Stoff beschäftigt: Otmar Schoeck (in Form einer Oper) und Hugo Wolf (in Form einer Symphonischen Dichtung). Wolfs Orchesterwerk hatte ich seit langer Zeit gesucht.

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Noch bin ich mir nicht sicher, aber ich denke darüber nach, in den nächsten Classix von image-hifi Aufnahmen von Orchestermusik Claude Debussys vorzustellen, eventuell in Form eines kleinen Vergleichs von La mer-Einspielungen. Die Einspielung von Pierre Boulez’ fehlte mir noch.

Präzisierung: Olivier Messiaen, Quatuor pour la fin du temps

Freitag, Februar 9th, 2007

Wegen einer Nachfrage: Bei der hier abgebildeten Platte handelt es sich um die amerikanische, von the musical heritage society inc. nachgepresste Ausgabe (MHS 978) einer ursprünglich vom französischen Label Erato produzierten Aufnahme des Quatuor pour la fin du temps (”Quartet for the end of time”). Sie entstand mit Beteiligung von Olivier Messiaen, also des Komponisten selbst (was musikalisch keineswegs ein Qualitätsmerkmal sein muss, ich aber historisch interessant finde). Die Musiker sind Huguette Fernandez (Violine), Guy Deplus (Klarinette), Jacques Neilz (Cello) und Marie-Madeleine Petit (Klavier). Nach meiner Vermutung war das Erato-Original die erste Plattenaufnahme des Quartetts - Widerspruch willkommen!

Frisch eingetroffen ;-)

Freitag, Februar 9th, 2007

Ab und an erlaube ich mir einen Fischzug bei ebay oder auf einer Plattenbörse. Hier das Interessanteste seit rund zwei Monaten:

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Messiaen, Quatuor pour la fin…, (schon lange von mir auf Vinyl gesucht, leider nicht das Erato-Original, sondern eine MHS-Ausgabe)

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Morgen stelle ich noch drei LPs ein.

Erich Mielkes Plattensammlung?

Mittwoch, Februar 7th, 2007

Vor einigen Jahren bekam ich über ebay Kontakt zu einer jungen Frau aus Wandlitz. Sie hätte viele Klassik-Platten, die sie mir verkaufen könne, das heißt, eigentlich gehörten die Platten ihrem Freund. Wir verabredeten uns für irgendeinen Montagmorgen und trafen uns in einem mobilen Bürocontainer an einer Baustelle in Wandlitz. Neben einem unglaublich großen Hund und zwei Schreibtischen befand sich in dem Container auch eine nahezu vollständige Beethoven-LP-Gesamtausgabe von Eterna, eine Gesamtausgabe der Musik von Eisler auf Eterna-LPs, zwei offenbar komplette LP-Boxen mit Bach auf Silbermann-Orgeln sowie Mendelssohn- und Schubert-Aufnahmen. Insgesamt waren das rund zwei Meter Eternas, quasi ungehört und im Neuzustand, wenn auch etwas lieblos in diesen Kunststoffkisten gestapelt, wie Bäcker sie zum Brötchenausfahen nutzen.

Meiner Frage, woher die Platten kämen, wich die junge Frau aus. Weil ich mehr LPs kaufen wollte, als vorher in Aussicht gestellt, nämlich alle, wollte ich noch mal über den Preis reden. Dazu war sie nicht befugt; es waren ja die Platten von ihrem Freund. Den rief sie per Handy herbei. Er kam, und man merkte auch bei ihm, dass er die Platten zwar verkaufen, aber keine Fragen nach Vorbesitzern hören wollte. Auch er verhielt sich ausweichend. Ich zahlte, packte alles ein und dampfte ab.

Zuhause, beim Auspacken der Schallplatten entdeckte ich darunter:

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Eine Box mit diesem Emblem: Für den Schutz der Arbeiter- und Bauern-Macht.

Darin befand sich folgende Widmung:

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Anläßlich Ihres 70. Geburtstages überreicht von den Genossen des Ministeriums des Innern. Heute würde man das vermutlich geschlechtsneutraler formulieren (”…von den Genossinnen und Genossen”), aber das nur als Randbemerkung.

Die Musik ist - naja. Hier ein interessanter Ausschnitt aus der “Tracklist” wie man heute sagen würde:

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Die häufigsten Interpretenkollektive auf den LPs in der grünen Kunstlederbox tragen den Zusatz “der Deutschen Volkspolizei” oder “des Ministeriums des Innern”. Offenbar gab es eine Menge Chöre und Orchester in diesen großen Behörden. Kein Wunder bei den vielen Paraden und Aufmärschen. So lautet das Motto nicht nur:

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Wir schützen unsere Heimat, sondern offenbar auch: Unser Staat soll schöner klingen.

Ich weiß natürlich immer noch nicht, wem die Sammlung wirklich vorher gehört hat. Es gibt nur Anhaltspunkte. Ich habe sie in Wandlitz gekauft. Die dort gelegene Waldsiedlung war Wohnort führender Politiker der DDR. Minister des Innern war von 1963 bis 1989 Friedrich Dickel - aber “überreicht von den Genossen des Ministeriums des Innern”, das muss ja nicht bedeuten, dass Mitarbeiter diese Platten ihrem Chef geschenkt haben. Friedrich Dickel kann sie auch “im Namen des Minsteriums” einem Kollegen wie Erich Mielke überreicht haben. Von Friedrich Dickel weiß ich auch nicht, ob er in der Waldsiedlung gelebt hat (hier eine - vollständige? - Liste der Bewohner der Waldsiedlung). Sicher erscheint mir nur eines: Das war nicht die Plattensammlung des Dorfschullehrers von Wandlitz, sondern die eines “großen Tiers” in der DDR.

Ach ja, die restlichen LPs der Sammlung sind wirklich interessant, damit meine ich: auch musikalisch.