Archive for the ‘Museen und Ausstellungen’ Category

Die Liebe zum Licht - Fotoausstellung im Museum Bochum

Dienstag, Januar 23rd, 2007

Eine Ausstellung im Museum Bochum zeigt, wie die physikalische Grundlage jeder Fotografie, das Licht, im Foto zum Thema wird. 67 Künstler sind mit 220 Werken an der Ausstellung beteiligt. Die Ausstellung dauert noch bis zum 9. April 2007 an.

Traktorfahren mit Francescatti, Link von und zu Manfred Tautges, Roomtuning

Sonntag, Januar 7th, 2007

1.)

Zino Francescatti, der weitgereiste Geiger, war bodenständig und gern zuhause: “Ich liebe es, mit meinem Traktor auf die weiten Felder zu fahren oder Gras zu mähen. Ich lese gern Reisebeschreibungen, weil ich das Reisen hasse.” (Zitat heute gefunden auf der LP-Hülle seiner Einspielung von Mendelssohn-Bartholdys op. 64 mit dem Columbia Orchestra unter der Ltg. von George Szell).

2.)

Auf der Seite von Johannes habe ich etwas scharf auf einen Kommentar von Manfred Tautges reagiert. Es geht dabei um die nur für Nicht-Ruhrgebietsmenschen rein akademische Frage, ob Essen nun Kulturhauptstadt Europas oder Essen für das Ruhrgebiet Kulturhautpstadt Europas geworden ist. Manfred Tautges hat meine Seite trotzdem verlinkt. Wofür ich ihm danke, indem ich hier umgekehrt auf seine Seite hinweise. Gut gemacht, die Seite!

3.)

Vor ein paar Tagen hatte ich Besuch. Der eher aus der technisch-wissenschaftlichen Ecke kommende Besucher wunderte sich über kleine Pads, die bei mir an der Wand des Hörraums kleben, ebenso wie über eine flache Dose auf dem Fußboden. Als ich ihm erklärte, dass es sich um - unter anderem in der Leserschaft von image-hifi - höchst kontrovers diskutierte Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik handelt, zeigte er zwischen meine Lautsprecher an die Wand und fragte, ob das hier auch Roomtuning sei:

kugel.jpg

Das, habe ich ihm erklärt, sei Weihnachtskitsch, der nur rein zufällig und allenfalls aus symmetrischen Gründen an die Wand genau zwischen die Lautsprechern geraten ist. Die Kugel käme aber wieder weg und hätte auch nichts mit irgendwelchen Klangschälchen zu tun… Wenn jemand aus Meisenthal liest, dass ich die Glaskugel von dort als Weihnachtskitsch bezeichnet habe, darf ich das Glasmuseum nie wieder besichtigen.

Ausstellung Weltereignisse im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Samstag, Januar 6th, 2007

voelklingen.jpg

Heute habe ich wieder einmal die Völklinger Hütte besichtigt. Mich interessierte vor allem die Ausstellung Weltereignisse. Meisterwerke der Reportagefotografie von Associated Press. Die insgesamt 72 Fotografien entstanden während der letzten 50 Jahre und werden aus Anlass des 50. Geburtstags des Saarlands gezeigt.
Die Ausstellung ist schlecht gemacht. Die Fotos entstanden ursprünglich als Reportagefotos. Einigen bekommt die Vergrößerung auf Plakatformat nicht, weil sich die Bildaussage verändert. Zwei einfache Beispiele: Auf einmal erscheint die Cola-Dose im Versteck amerikanischer Scharfschützen oder der Krupp-Schriftzug auf dem Autokran, mit dem ein Lenin-Denkmal umgerissen wird, wie absichtsvolles Product-Placement. Im normalen Format eines Zeitungsfotos (und zu diesem Zweck entstanden die Bilder!) fielen solche Details wahrscheinlich gar nicht auf. Man kann Bilder auch zur Unkenntlichkeit vergrößern. Das ist hier passiert.
Der zweite Kritikpunkt: Während meines Rundgangs wurde die Ausstellung über große Lautsprecher mit hoher Phonzahl beschallt. Das ist nicht nur eine Belästigung, sondern es konterkarriert auch den Inhalt vieler Bilder. Wenn ich mit Fotos von Lynchmorden, Napalm-Angriffen, Terror-Attacken oder aufgebahrten Menschen konfrontiert werde, dann will ich dazu keine Musik hören. Und sei die Musik noch so ambitioniert und wäre sie - am passenden Ort - auch noch so interessant.
Für mich der wichtigste Kritikpunkt: Die Bildbeschriftung ist totaler Murks. Ein Foto von einem der maskierten palästinensischen Attentäter, die 1972 in München während der Olympischen Spiele israelische Sportler als Geiseln genommen hatten, schlicht und einfach Olympische Spiele 1972 zu betiteln, wirkt unglaublich zynisch. Ich weiß nicht, ob man diesen Einwand versteht, wenn man Bild und Titel nicht gesehen hat, aber man stelle sich vor: Ein Foto mit einer maskierten Person in geduckter Haltung und mit einer Waffe in der Hand. Darunter nur zwei Worte und eine Jahreszahl: Olympische Spiele 1972. Das ist zynisch. Es ging hier ja schließlich nicht um irgendein Luftgewehr-Schießen als sportlichen Wettbewerb.
In anderen Fällen setzen die Bildunterschriften beim Betrachter ein zu großes Wissen voraus. Es gibt ein Foto vom aufgebahrten spanischen Diktator Franco aus dem Jahr 1975. Die Bildbeschreibung lautet Abschied vom Caudillo - mehr nicht. Wieviele Besucher wissen, wenn sie diese dünne Bildbeschreibung lesen, dass Franco in dem Sarg liegt? Ein weiteres Bild, aus einem Boxkampf. Die Bildbeschreibung lautet einfach “Triumpfgefühl” oder so ähnlich (den genauen Wortlaut habe ich vergessen). Mich hätte interessiert, wer da gerade gegen den (ungenannten) Cassius Clay (der sich später Muhammad Ali nannte) verloren hatte, und vermute, dass es Sonny Liston war. Bildbeschreibungen sind dazu da, dem Besucher das zu erklären, was an Wissen nicht automatisch vorausgesetzt werden kann.
Die Ausstellung wirkt wie mit heißer Nadel gestrickt. Sie schielt mit ihrem populären Thema auf hohe Besucherzahlen, lässt die Besucher dann aber mit den Bildern allein.