Archive for the ‘Immer wieder hören’ Category

Gibt’s die Francescatti/Mitropolous-Einspielung auf CD?

Samstag, März 24th, 2007

Ein Leser fragte, ob es die Aufnahme auf CD gibt. Im Moment offenbar nicht. Aber es gab sie als Bestandteil einer Doppel-CD in Sonys Masterworks Heritage-Reihe:

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Auf den dt. Amazon-Seiten wird die gerade angeboten, allerdings viel zu teuer. Ich würde warten. Kommt Zeit, kommen Francescatti und Mitropolous wieder auf CD… Schließlich dürfte die Aufnahme längst kein Copyright mehr haben.

Drauflassen? Abmachen?

Mittwoch, März 21st, 2007

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Es ist ja keine Frage der Authentizität: Der alte Aufkleber war vermutlich schon im Schallplattenladen auf der LP. Insofern ist das Cover auch mit Aufkleber ein original belassenes.

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Mich nerven solche Aufkleber trotzdem. Also mache ich sie runter. Es sei denn, sie sollen mich an etwas erinnern. Rechts oben, das Preisschildchen, wird mich zum Beispiel immer daran erinnern, dass ich für die LP einmal 25 DM auf einer Plattenbörse bezahlt habe.

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25 DM für eine gebrauchte Philips-LP, das war vor rund 10 Jahren (so lange habe ich die bestimmt), verhältnismäßig viel Geld. Kein extremer Sammlerpreis, aber schon “gehoben”. Und ich glaube nicht, dass man heute - bei ebay oder auf einer Plattenbörse - viel mehr Geld dafür zahlen müsste.

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Was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja, heute kam der große Aufkleber ab und der kleine blieb dran.

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Und János Starkers für meinen Geschmack sonst oft etwas zu schneidige Spielweise passt zum Cello-Konzert von Édouard Lalo hervorragend. Er setzt starke rhythmische Akzente und spielt mit einem kernig-schlanken Ton. Darum ufert die Musik nicht aus.

Chumbawamba: English Rebel Songs

Mittwoch, März 21st, 2007

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Im Jahr als Chumbawamba die CD English Rebel Songs 1381-1914 veröffentlichten, hatten Milli Vanilli und die Pet Shop Boys ihre größten Erfolge. Vielleicht macht das klar, wie exotisch Chumbawamba waren. Sie waren nicht exotisch, weil sie “linke” Musik machten und über soziale und politische Themen sangen - das war in der Zeit von U2 oder Tracy Chapman nicht ungewöhnlich, sondern Tagesgeschäft. Doch Chumbawamba gingen ins Studio und nahmen ein A-cappella-Album mit Liedern von Befreiungs-, Gewerkschafts- und Emanzipationsbewegungen auf. Auf die Idee war noch keiner gekommen (noch nicht mal das Amiga-Label aus dem Arbeiter- und Bauernstaat).
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Chumbawamba haben dabei dem Musikmarkt nicht das klitzekleinste Zugeständnis gemacht. Die Bandmitglieder plus Verstärkung gingen einfach in eine Studiokabine, sangen die Lieder ein - fertig. Es gab weder pfiffige Arrangements, noch ein Soundgewand, nur einige unausgebildete Stimmen, die ein paar Nachmittage lang geübt hatten, die einfachen, aber immerhin mehrstimmig gesetzten Lieder halbwegs wackelfrei ins Mikro zu bringen. Den Song Poverty Knock haben Chumbawamba mit Geräuschen von historischen Textilmaschinen hinterlegt, weil er traditionell im Rhythmus der Maschinen gesungen wird. Aber das ist die einzige Abweichung vom puristischen Konzept.
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Mit der CD kann man - wegen der “ungekünstelten” Stimmenwiedergabe - sehr gut Hifi-Anlagen testen. Wenn eine Kette es nicht drauf hat, lauter individuelle, singende Menschen in den Hörraum zu projizieren, offenbart das ein Problem. Der Chumbawamba-Chor unterscheidet sich ja von einem “guten” Chor gerade dadurch, dass jede einzelne Stimme aus dem Rahmen fällt und ein homogener Klang gar nicht erst angestrebt wird.
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Aber man kann die CD natürlich auch einfach so hören, zum Beispiel beim Zeitunglesen. Da gibt sie einen schönen Kontrapunkt zu Schlagzeilen über bestechliche Gewerkschaftler und lustreisende Betriebsräte ab. Weil einem in Erinnerung gerufen wird, dass Chancengleichheit, Meinungsfreiheit und soziale Sicherheit nicht vom Himmel gefallen sind.

Talking Heads

Montag, März 5th, 2007

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Vielleicht waren sie doch die genialste Band der 80er-Jahre. Habe ich vorhin jedenfalls gedacht, als ich beim Spülen und Aufräumen ihre CD Stop making sense gehört habe.

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Hier ein Schnippsel aus dem Konzertfilm, aus dem auch das Material auf der CD stammt.

Das Lied von der Erde; Fassung für Tenor und Bariton

Montag, Februar 26th, 2007

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Die Fassung für Tenor und Bariton, von Gustav Mahler gleichberechtigt vorgesehen, wird doch viel seltener aufgeführt und aufgenommen als die Fassung für Tenor und Alt. In meinen beiden Artikeln über Das Lied von der Erde hatte ich stets Leonard Bernsteins Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern und James King sowie Dietrich Fischer-Dieskau berücksichtigt (Interpretationsvergleich in Analog aktuell, Artikel über Orchesterlieder in image hifi). Das lag nicht zuletzt daran, dass ich zwar über viele Aufnahmen in der verbreiteten Konstellation mit Tenor und Alt, jedoch nur über die o.g. mit Tenor und Bariton verfügte.
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Jetzt habe ich eine weitere Aufnahme mit dem Bariton Dietrich Fischer-Dieskau kaufen können, und zwar dirigiert Paul Kletzki das Philharmonia Orchestra, den Tenorpart singt Murray Dickie. Die Aufnahme stammt von EMI und entstand 1960.

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Schön!

Ein Kapitel BWV 1004, gespielt von Viktoria Mullova

Donnerstag, Februar 8th, 2007

Mullova spielt Bach.

Milva. Das Konzert. (Metronome 2LP-Set)

Freitag, Februar 2nd, 2007

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Wahrscheinlich bin ich für Milva zu jung.

Am Samstagabend durfte ich bis zehn Uhr aufbleiben und mit Mama und Papa fernsehen. Milva war die rothaarige Schlagertante mit schrecklichem Akzent, die am Samstagabend zu Peter Frankenfeld kam. Im Programm damaliger Musiksendungen war sie eine feste Größe - wie Peter Alexander oder Karel Gott. Ich glaube, dass ich damals geahnt, aber nicht begriffen habe, dass sie sich trotzdem irgendwie von den üblichen “Musik ist Trumpf”-Gästen unterschied.

Zwanzig Jahre später: Auf einer Piazzolla-CD von Gidon Kremer singt sie ein oder zwei Stücke, und ich bin hingerissen. Was für eine grandiose Stimme! Doch keine Schlagertante? Am Rande kriege ich irgendwie mit, dass die Schlagertante mit Giorgio Strehler zusammen gearbeitet und sich zur anerkannten Brecht-Interpretin gemausert haben soll.

Zehn weitere Jahre später finde ich dieses Doppel-Album in einer Flohmarktkiste - für 2 Euro habe ich’s mitgenommen. Ich quäle mich durch Plattenseite 1 - was für ein Müll! Vier Lieder, davon zwei von Mikis Theodorakis. Hey, Theodorakis, war das nicht in den 70er-Jahren die Ikone der Freiheit während der Obristen-Diktatur? Hat er nicht den wundervollen Song Ma liberté geschrieben? Nein, das war Georges Moustaki… Jedenfalls gilt dieser Theodorakis doch als “bedeutender” Komponist…? Warum hat er dann keine besseren Lieder geschrieben als die unsäglichen Schlager, die Milva hier singt…? Mit Plattenseite 2 wurde alles noch schlimmer. Hier dominiert die Musik von Vangelis. Nein, die Lieder sind nicht so bombastisch wie Vangelis’ dämliche Hymne für die Fußball-WM 2002. Aber genauso schlecht. Ich packe die Doppel-LP irgendwo in den Plattenschrank.

Vorhin habe ich sie da wieder rausgezogen. Kannst ja mal die nächste Seite nebenbei laufen lassen. Mit manchem betroffenheitsduseligen Schlager auf dieser Doppel-LP bleibt Milva unerträglich. Zum Beispiel mit einem italienischen Don’t cry for me Argentina - Non pianger piu’ Argentina von Webber auf Plattenseite 4. Aber auf Seite 3, als Interpretin von Eisler/ Brecht und Weill/ Brecht, da ist sie sie wirklich großartig. Ich frage mich, wie sie diesen Spagat hingekriegt hat - hier Schlagertante, dort großartige Interpretin des Bilbao Songs und des Alabama Songs sowie von Surabaya Johnny. Ihre herbe, angeschärfte, ausdrucksstarke Stimme und Brechts unsentimentale Texte (erinnert sich noch jemand an den V-Effekt aus dem Deutschunterricht?) - das passt perfekt. Und die leicht “verpopten” Arrangements können der Musik von Weill und Eisler kaum was anhaben. Die Lieder sind offenbar gegen Eingriffe ziemlich robust. Eine von vier Plattenseiten ist klasse - da haben sich die zwei Euro ja doch gelohnt!

Vielleicht bin ich für Milva inzwischen alt genug.

Ach ja, noch eine Randbemerkung: Verwunderlich, was für dämliche Covertexte 1982 möglich waren. Kostprobe? “Dieses Weib mit Gesang macht auch ohne Wein trunken”. Das ist ja kaum weniger platt als die Musik von Vangelis…

Maria Grinberg spielt Bach und Schubert

Mittwoch, Januar 31st, 2007

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Keine Ahnung, wo mir der Name Maria Grinberg in den vergangenen Monaten begegnet ist. Eigentlich gibt es nur vier mögliche Quellen: Das Tamino-Forum, das Analog-Forum, die Klassik-Zeitschrift Fonoforum oder irgendwo während der Recherche für einen Artikel über Schostakwitschs fünfte Sinfonie. Jedenfalls erinnere ich mich, vor einiger Zeit gelesen zu haben, dass Maria Grinberg die erste russische Gesamtaufnahme der 32 Klaviersonaten von Beethoven unternommen hatte. Irgendwie hatte ich das alles aber auch schon längst wieder vergessen.
Vorgestern habe ich Schallplatten sortiert (das Sortieren von LPs in Regale und die Prinzipien, denen ich dabei folge, wären irgendwann einen eigenen Eintrag wert, das lasse ich jetzt aber beiseite). Mir fiel die Eterna-Pressung einer sowjetischen Melodiya-Einspielung (ETERNA Stereo 827351) in die Hände, von der ich gar nicht wußte, daß ich sie besaß. Sowas kommt in meiner ungeordneten Sammlung gelegentlich vor. Ich werde mir meine analogen Tonträger aber sicher nicht mit einer digitalen Datenbank erschließen. Da lasse ich mich lieber ab und zu von einer LP überraschen, die ich noch nie zuvor bewusst wahrgenommen habe.
Zum Thema: Maria Grinberg (1908-1978) war, wie einige Leute, zum Beispiel bei der englischsprachigen Wikipedia, schon lange vor mir wussten, eine der bedeutendsten Pianistinnen des zwanzigsten Jahrhunderts. Daß wir im Westen sie nicht (oder kaum) kennen lernen konnten, liegt an ihrer erschütternden Lebensgeschichte. Stalins Terror hatte sie schlimmer getroffen als Schostakowitsch. 1937 wurden ihr Mann und ihr Vater umgebracht. Die sowjetische Kulturbürokratie hat Maria Grinberg aber auch nach Stalins Tod (als Leute wie Swjatoslaw Richter oder David Oistrach im Westen stapelweise Platten aufnehmen durften) vollkommen ignoriert.
Nun finde ich es immer etwas vorschnell, bei Künstlern aus einer prekären biografischen Situation heraus auf eine existentielle Dimension in ihrer Kunstausübung zu schließen oder umgekehrt, eine existentielle Dimension auf der Ausdrucksebene ihrer Kunst mit einer schwierigen Lebenssituation zu erklären. Sowas ist totaler Unsinn, wird aber - man betrachte das Beispiel von Kathleen Ferrier und Mahlers “Lied von der Erde” - immer wieder gerne gemacht. Doch wenn man Maria Grinberg die vier Duette BWV 802-805 spielen hört, was ich vorhin gemacht habe, dann erlebt man eine Bach-Interpretation von so tiefer Ernsthaftigkeit, wie das in der Gegenwart, wenn überhaupt jemand, nur Evgeni Koroliov zuwege bringt. Eine Bach-Interpretation von tiefer Ernsthaftigkeit - das ist natürlich auch nur eine leere Worthülse. Aber ich weiß im Moment noch nicht, wie ich das Gehörte besser beschreiben soll. Darum versuche ich auch gar nicht erst, in meinen “schnell hingeworfenen Randbemerkungen zu Musik und Hifi”, denen eine gewisse Oberflächlichkeit ja von vornherein eigen ist, Maria Grinbergs darauf folgender Interpretation der a-moll-Sonate, op. 42, D 845 von Franz Schubert gerecht zu werden.

Wer zufällig LPs von Maria Grinberg auf dem Dachboden findet, der kann sie mir ja trotzdem mal anbieten…

Pepe Justicias: trece noches

Sonntag, Januar 21st, 2007

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Im typischen Flamenco-Ensemble blieben geradezu archaische Musizierweisen erhalten: Canta – der Gesang, Palmas y jaleos – Händeklatschen und Rufen, Taconeos – das rhythmische Stampfen von Tänzerinnen und Tänzern, Bateria – eine Vielfalt an Percussionsinstrumenten. In dieser Umgebung kommt es für einen Gitarristen nicht auf einen besonders schön modulierbaren und lange nachklingenden Ton an, sondern auf Durchsetzungsfähigkeit. Eine Flamenco-Gitarre muß laut sein. Darum haben die Instrumente eine besondere Bauform. Sie sind schmaler als normale Konzertgitarren, und Decke, Boden und Zarge sind dünner ausgeführt. Hinzu kommt eine besondere Spielweise mit einem großen Repertoire an Zupf- und vor allem Schlagtechniken. Wenn Pepe Justicia spielt, dann ist er von Carlos Santana auch nicht weiter entfernt als von Andrés Segovia. Die Gitarre entfaltet unter seinen Händen einen geradezu explosiven, extrem dynamischen Klang – das „rockt“. Der Horizont des Spaniers ist weit. Pepe Justicia fühlt sich von Paco di Lucia und Carlos Santana über klassische Komponisten wie Tárrega, Albeniz und Sor bis hin zu den Beatles oder Credence Clearwater Revival beeinflusst. Er hat wichtige Preise bekommen und mit Stars wie Nina Corti gearbeitet.Die Stücke auf seiner neuen CD, trece noches (= dreizehn Nächte), sind rhythmisch sehr variabel. Einerseits ist diese Vielfalt der Rhythmen, die manchmal sogar innerhalb eines Stückes wechseln, im Flamenco immer schon angelegt, schließlich unterscheiden sich seine verschiedenen Formen nach dem jeweils zugrunde liegenden Tanzrhythmus wie Tangos, Tanguillo Buleria, Rumba und so weiter. Doch Pepe Justicia ist noch weiter gegangen und betont die rhythmische Vielfalt, indem er mit nicht weniger als fünf verschiedenen Percussionisten an den Stücken für trece noches arbeitete (und überraschender Weise sogar mit einem deutschen Trompeter, nämlich Bernhard Münchbach).

Der Flamenco ist eine widersprüchliche Kunst – enorm stilisiert in seinen Ausdrucksmitteln und gleichzeitig spontan im Ausdruck selbst, immer aber: mitreißend. Pepe Justicia spielt ihn mit äußerster Virtuosität und großer Hingabe. Dicke Empfehlung für trece noches!

Tracklist: 

1. Amantes (Tangos)
2. Calor de pasion (Tanguillo Buleria)
3. Estrepito (Rumba)
4. Cuando se acaba (Seguiriya)
5. Reflejos (Bulerias)
6. Cuestion de piel (Bossa Rumba)
7. Los días solitarios (Taranta)
8. Ritmo de ilusión (Solea por Bulerias)
9. La Gringa (Rumba)
10. Fuego frío (Alegrias)
11. Contraste (Sevillanas)
12. Como un soneto(Solea)
13. Un adiós lejano (Balada)

Dieser Text befindet sich noch in der Überarbeitung. Wenn er fertig ist, wandert er ins Magazin.  

 

Ergänzung vom 22.01.2007:

Die Aufnahmen wurden von dem Gitarristen Thomas Vogt abgemischt. Er betreibt in Freiburg ein Tonstudio und hat viel Erfahrung mit Gitarrenaufnahmen. Die Musik klingt enorm dynamisch, druckvoll und vorwärts gerichtet. Für meinen Geschmack springt sie den Hörer fast zu direkt an. Das Stereo-Panorama ist breit. Pepe Justicias Gitarre kommt für meinen (allerdings auch sehr puristischen) Geschmack etwas zu groß rüber. Aufnahmetechnisch ist das wegen einer relativ “dichten” Mikrofonierung eher am Pop oder Jazz orientiert, als an dem Ideal, den Klang der Instrumente im Raum aufzuzeichnen (wie das Klassik-Labels wie beispielsweise MDG oder Tacet machen). Trotzdem: Das lebendige und direkte Klangbild passt gut zur Musik.

Endlich komplett

Donnerstag, Dezember 28th, 2006

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Eigentlich bin ich gar kein typischer Label-Sammler und auch kein Original-Fanatiker. Eine exzellent erhaltene SPA ist mir jederzeit lieber als eine verschrumpelte SXL. Und auch Teldec-Pressungen von Decca-Aufnahmen kann ich problemlos akzeptieren (mein Geldbeutel sowieso). Aber irgendwann hatte es sich ergeben, dass der Dvorák-Zyklus von Istvan Kertesz auf Decca SXL sich nahezu vollständig in meinem Plattenregal angesammelt hatte. Da packte mich denn doch der Ehrgeiz, die Sache komplett zu machen.

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Jetzt hat’s geklappt. Das dunkle Cover rechts oben dient nur der Symmetrie auf dem Foto. Es ist Decca SPA 87 - Kertesz frühere Aufnahme mit dem Vienna Philharmonic Orchestra oder auf Hochdeutsch: den Wiener Philharmonikern als UK-Nachpressung.

Ich freue mich!

Letztes Jahr im world-wide-web: Sven Regener blogt

Montag, Dezember 11th, 2006

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Bei Boogie aufgeschnappt: 2005 führte Sven Regener ein Adventsblog. Wer Sven Regener ist? Der Sänger und (meistens auch) Texter von Element of Crime. Ausgerechnet mein Lieblingsalbum der Band ist nie auf Vinyl erschienen: Weißes Papier.
Weil auch die Musik von Element of Crime immer ein bißchen zurück blickt, kann es nicht schaden, noch mal in das alte Weblog von Sven Regener zu gucken.

Tristan

Mittwoch, November 29th, 2006

Bei der Suche nach dem idealen Tristan-Vorspiel würde ich - neben der bei Mehr Licht! genannten Bayreuther Einspielung von Karl Böhm - gerne noch Carlos Kleiber und Herbert von Karajan ins Spiel bringen. Der Karajan-Tristan mit den Berliner Philharmonikern (EMI) ist zumindest orchestral schlichtweg genial. Auf mich wirkt Karajans Herangehensweise noch sinnlicher als Kleibers etwas aufgeregte Art, wo im Orchester permanent etwas “passiert”. Unglaublich, die Sogwirkung des Vorspiels bei Karajan!

Christa Ludwig als Brangäne gibt’s als Dreingabe, will sagen: Auch die Sänger sind vollauf überzeugend.

Jennifer Warnes

Montag, November 20th, 2006

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Während ich Famous Blue Raincoat, Jennifer Warnes LP mit Songs von Leonard Cohen, ziemlich viel abgewinnen kann und vermutlich einmal im Jahr höre, habe ich Shot through the heart heute nach vielleicht fünf Jahren mal wieder aus dem Regal gezogen und festgestellt, dass mir diese Schema-F-Musik immer noch nicht gefällt. Offenbar ist Jennifer Warnes auf erstklassiker Partner angewiesen, um eine tolle LP zu produzieren. Die hatte sie bei Famous Blue Raincoat. Leonard Cohen ist als guest vocal an Joan of Arc beteiligt und einfach ein genialer Song-Schreiber. Nebenbei: Das Mastering hatte damals Bernie Grundman, nein, präziser: dessen Firma Bernie Grundman Mastering.

Famous Blue Raincoat klingt tatsächlich grandios - Shot through the heart nicht ganz so toll.

Meine FBR ist übrigens eine griechische Pressung mit dem Label-Aufdruck “Manufactured by Minos Matsas & Son Co Ltd, Athens, Greece” und trägt ein Markenzeichen von Cypress Records auf dem Cover. Außerdem finden sich das in Europa übliche “Distributed in Europe by BMG Records” auf dem Cover und das RCA-Logo auf dem Label. Die Press-Qualität ist erstklassig.

Irritierendes bei DGG 138057 SLPM

Sonntag, November 19th, 2006

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Das Cover sagt, es ist eine Stereo-Aufnahme.

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Das Label sagt, es ist eine Stereo-Aufnahme.

Aber meine Ohren behaupten, reinstes Mono zu hören.

Seltsam.

Die Aufnahme dieser beiden Streichquintette von Mozart (g-moll KV 516 und D-dur KV 593) durch das Amadeus-Quartett plus Cecil Aronowitz ist schön. Und selbstverständlich wird sie auch schon in Stereo auf’s Band gebracht worden sein, schließlich stammt sie aus dem Jahr 1964, da war Mono schon ziemlich verdrängt. Aber wie kommt es, dass bei meinem Exemplar nicht nur eine Mono-LP im Stereo-Cover steckte, sondern zudem auch noch den falschen Label-Aufkleber bekommen hat?

Calefax Reed Quintet

Montag, November 6th, 2006

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Eine meiner Lieblingsaufnahmen, wenn ich herausfinden möchte, was eine Hifi-Komponente kann: Das Calefax Reed Quintet in einer Aufnahme des Labels MDG aus dem Jahr 1995. Die Aufnahme kommt - ob im Text erwähnt oder nicht - bei so gut wie jedem Hörtest zur Anwendung. Das Ensemble hat auch eine Internetseite.